moderne Bogenjagd

Lang- und Recurvebögen

Grob untergliedern lassen sich die Bogenjäger in drei Bereiche: die der traditionellen Langbögen, der Jagdrecurve- und die der modernen Compoundbögen. Traditionelle Langbögen sind die Bögen à la Robin Hood, das heisst zumeist einteilig aus Holz (Eibe). Jagdrecurvebögen sind aus modernen Carbon/Holz Laminaten gefertigt, haben nach vorne gebogene Enden die dem Bogen eine zusätzliche Katapultkraft verleihen und sind mit einem Auflagefenster für den Pfeil ausgestattet. Diese Bögen sind kürzer als traditionelle Langbögen.

Traditionelle Langbögen erlauben es kaum auf der Jagd effektiv eingesetzt zu werden, da der Schütze den Bogen flüssig ausziehen und auch schnell den Schuss wieder lösen muss. Sobald sich das begehrte Stück jedoch verschiebt, ist ein sauberer kaum noch anzutragen. Zwar gibt es Leute die dies beherrschen, aber es ist noch schwieriger als der Schuss mit dem Compoundbogen.

Compoundbögen

Compoundbögen hingegen sind modernste Geräte aus strapazierfähigen, hochelastischen Kunststoffen. Fein justierbare Auslösemechanismen und gute optische Einrichtungen sowie leichtgängige Rollensysteme über die die Sehnen laufen sind Standard. Beim Auszug muss der Schütze einen je nach Bogen unterschiedlichen Anfangswiderstand überwinden. Beim Auszug der starken Bögen heisst das, dass man schon ordentlich Saft in den Armen braucht, um die Sehne sauber, sprich lautlos, gezogen zu bekommen. Ist dieser Widerstand überwunden, dann hält man den gespannten Bogen fast mühelos in dieser Position und kann den günstigen Moment der Schussabgabe abwarten. Kommt man nicht zum Schuss kann der Bogen wieder lautlos entspannt werden.

Pfeile

Ein moderner Jagdpfeil besteht aus Carbon oder Aluminium, ist befiedert, hat einen Nocken sowie eine Jagdspitze. Geübte Bogenschützen können zwar mit entsprechender Ausrüstung stehende Ziele auf 100m recht präzise treffen doch für mehr als eine Zielscheibe wird das nicht reichen. Ein Jagdpfeil fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 bis 300 Fuss pro Sekunde. Das entspricht 70 bis 100 Meter pro Sekunde. Verschiebt sich nämlich ein Stück in Entfernung jenseits der 30-Metermarke dann kann der abgeschossene Pfeil wegen seiner langen Flugphase das Stück nicht mehr an der anvisierten Stelle treffen. Bei 30 Metern Entfernung ist jagdlich also das Ende der Fahnenstange erreicht, auch wenn die Durchschlagskraft des Pfeils theoretisch auch bei grösserer Entfernung reichen würde.

Jagdspitzen

Moderne Jagdspitzen – auch Broadheads (engl.) genannt - bestehen heute im Allgemeinen aus Metall, sind zwei oder mehrschneidig und können mit so genannten festen (fixed) oder aufklappbaren (mechanical) Klingen bestückt sein.

Es gibt unzählige Modelle und Anbieter. Schlussendlich muss jeder Schütze die für ihn und sein bejagbares Wild ideale Spitze selber eruieren. Neben guten Flugeigenschaften (Abstimmung des Schaftes mit der Befiederung und der Spitze) ist vor allem eine rassiermesserscharfe Klinge/Schneide wichtig, diese kann durch schleifen (nicht jeder Stahl ist zum (nach-)schleifen geeignet) oder durch auswechselbare Klingen erreicht werden.

Jagdkleidung

Auch der Bereich der Kleidung spielt bei den Bogenjägern eine grosse Rolle. Da sie nur auf Nahdistanz schiessen, darf im falschen Moment nichts knistern und Tarnung bedeutet fast alles. Nicht nur für manch traditionelles Jägerauge ist den Anblick getarnter Bogenjäger schwer und wird somit schnell als militärisch gewertet. Camouflagemuster, und dass sind nicht die bekannten Woodland-Muster amerikanischer Militärjacken sondern spezielle Jagdtarnkleider, liegen leider noch arg im Clinch mit dem traditionellem Lodengrün.

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